Islam

Über den Islam

Blaue Narzisse 11 April 2016 – Von Carlos Wefers Verástegui

shutterstock_image-of-Koran

Dass der Islam gefährlich ist, wurde durch die jüngsten Brüsseler Geschehnisse deutlich. Wieder einmal. Wenn die Bilder aus dem biodiversen und bunten Belgien eines gelehrt haben, so ist es folgendes: der Islam ist Idee und Ursache des Islamismus.

Zudem ist er das natürliche Medium, in dem dieser erst aufkommt und dann so richtig gedeiht. Auch im Westen. Überhaupt die Behauptung eines „westlichen Ursprungs“ des Islamismus ist unhaltbar: die „Radikalisierung“, die sich unterm migrationshintergründigen Großstadtdetritus vollzieht, braucht nicht erst den Islam für sich zu entdecken, um ihm sodann einen Sinn für das eigene triste Erdendasein abzugewinnen.

Den Islam haben die sich Radikalisierenden nämlich tagtäglich vor der Nase und in den Ohren. Es ist da nur natürlich, immer dann zu ihm zu greifen, wenn man selbst vom Islam herkommt und noch dazu dauernd von ihm umgeben ist. Kurz: der Islamismus wäre ohne den festen Rückhalt, den er im „Hinterland“ Islam besitzt, unmöglich. Wer keinen Islamismus will, der muss auch dem Islam eine Absage erteilen.

Linke und laue Leute nehmen den Islam in Schutz

Sobald es um ihren „Schutzbefohlenen“ Islam geht, lassen sich aber gerade dieselben Leute, die normalerweise alles in einen Topf zu werfen pflegen, auf Haarspaltereien ein. Da fangen sie an, akribisch zwischen einem „radikalen“ Islamismus, der die Religion nur als Vorwand für Gewalt missbraucht, und der Religionsstiftung Mohammeds zu unterscheiden. Nur wer selbst zuviel vom vor Lauheit nur so triefenden Zeitgeist abbekommen hat, kann auf eine derart absurde Unterscheidung kommen.

Gerade die lauesten – oder die linkesten – unserer Zeitgenossen haben ihren Narren gefressen am Islam. Sind es laue Atheisten oder laue Agnostiker, so sehen diese im Islam eine Religion wie jede andere auch. Darum soll er, zusammen mit allen anderen Glaubensbekenntnissen, auch gleiche Rechte haben. Und laue Christen sind es, die sich selbst mit dem Islam auf die gleiche Stufe stellen, oder glauben, ihn zu sich emporheben zu müssen.

Lau und überhaupt wirr ist das Gutmenschentum. Dieses geht davon aus, dass ein Zusammenleben mit dem Islam sehr wohl möglich ist, und dass es „Demokratie“ in islamischen Ländern geben könne. Als Beweis für diese Annahme verweisen sie auf den „liberalen“ Islam. Dieser habe durchaus das Zeug dazu, sich in unsere „pluralistische Zivilgesellschaft“ einzufügen. Auf die gleiche Weise, über die Liberalisierung und Modernisierung, habe sich nämlich der Protestantismus und, später, der Katholizismus in die bürgerliche Gesellschaft eingefügt.

Es gibt keinen „liberalen“ Islam

Voraussetzung dafür, dass eine Religion Anschluss an die „moderne Welt“ und, mit ihr, an den „Fortschritt“ findet, ist ihre Offenheit gegenüber dem Liberalismus. Ganz unabhängig davon, dass der Liberalismus selbst ein säkularisiertes Christentum ist: der Erfolg dieser liberalen Verknüpfungen bestand noch immer in einer radikalen Scheidung: Liberalismus oder Religion. Oder in einer Verwischung ihrer Gegensätze auf Kosten der Religion. So erklärt sich auch das Aufkommen eines rührseligen Pseudochristentums, welches nur humanitäre Philanthropie (Humanitarismus), also Atheismus ist.

Was sich verheerend aufs Christentum auswirkt, das liberale Prinzip, mit dem es doch aufs engste verwandt ist, muss für den Islam viel schwerere Konsequenzen mit sich bringen. Ein „liberaler“ Islam ist daher entweder westliche Verwirrung und Irrsinn. Oder aber das mit „liberal“ war eine Lüge, und der Islam bleibt, was er ist: ein mit dem Westen unvereinbarer Aberglaube, der sich nur als Religion ausgibt, um die Menschen unvernünftig, unmoralisch und unfrei zu machen.

„Alle monotheistischen Religionen sind totalitär“

Die These, aufgestellt von Gnostikern wie dem Ägyptologen Jan Assmann und dem Soziologen Ulrich Beck, alle monotheistischen Religionen seien totalitär und, als Folge davon, radikal, unbarmherzig und gewalttätig, trifft so nur auf den Islam zu. Beide Forscher verfälschen ganz bewusst das Bild, indem sie die monotheistischen Religionen über einen Kamm scheren und ihnen dabei einen spezifischen Drang zu Fanatismus und Unbarmherzigkeit unterstellen.

Unbarmherzig ist das Christentum nicht. Ja, nicht einmal das Judentum ist es, wie Heymann Steinthal ausführt: als die Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten das Rote Meer durchquert hatten, sahen sie, wie die sie verfolgenden Ägypter von den einströmenden Wassermassen vernichtet wurden. Dieser Anblick erfüllte sie mit Kummer, und das, obwohl ihr eigener Gott Jahwe dies für sie getan hatte! Wenn Allah nun der Vernichtung der Ungläubigen zusehen müsste, würden die Muslime aber ganz zweifellos völlig aus dem Häuschen geraten.

Der Islam gehört nicht zu Europa

Wie schief die Gnostiker bezüglich Judentum und Christentum liegen, wird in einem Vergleich mit einem der größten Denker des 19. Jahrhunderts deutlich: Alexis de Tocqueville hat in seinem Buch Die Demokratie in Amerika dem Islam zwar sehr wenige, darum aber umso aufschlussreichere Zeilen gewidmet. Tocqueville selbst war ein Liberaler und, nach eigenem Eingeständnis, ungläubig. Zu Mohammed bemerkt er, dieser habe mittels des Korans nicht nur religiöse Lehren, sondern auch politische Leitsätze, öffentliches Recht und Strafrecht sowie wissenschaftliche Theorien vom Himmel geholt.

Das mache den Islam, im Gegensatz zum Christentum, unvereinbar mit Demokratie und Aufklärung. Das Christentum verficht nämlich an sich keine besonderen politischen Grundsätze. Auch ist mit ihm von sich aus noch kein bestimmtes politisch-gesellschaftliches System inbegriffen. Im Islam hingegen ist die Verschmelzung der im Westen gut unterschiedenen Sphären derart vollkommen, dass der Stillstand von der „Religion Islam“ auf Gesellschaft und Politik übergreift. Das führt im Islam unvermeidlich zum Kulturverfall. Der religiöse Fundamentalismus ist deshalb keine Ausartung im Islam. Vielmehr ist der Islam selbst das wuchernde Element: überall, wo der Islam öffentliche Zustände, die Wissenschaft und sogar das Zusammenleben der Menschen überwuchert, hat er sich in Atavismen ausgedrückt und die Barbarei befördert.

Tocquevilles Abneigung gegenüber dem Islam beruht weder auf Unwissen, noch trägt sie einem islamophoben Vorurteil Rechnung. Sie ist einer reifen Überlegung entsprungen. Das geht aus einem Brief Tocquevilles an Lord Houghton hervor. In diesem erklärt er, warum das Christentum unbedingt dem Islam vorzuziehen sei: es mache Anspruch nur auf den „natürlichen Sitz“ der Religionen, alles andere stelle das Christentum dem Menschen frei.

Chronisch, aber nicht tödlich

Christian Wulff, damals noch Bundespräsident, hat es vorgemacht, und Kanzlerin Merkel ist ihm gefolgt: „Der Islam gehört zu Deutschland.“ Diese Absegnung des Islam seitens der Inhaber der höchsten Ämter kommt der Aussage eines Onkologen gleich, der dem Krebspatienten sagt: „Der Krebs gehört zu ihnen.“ Ironischerweise scheint die Krebsforschung solche Aussagen inzwischen anzubahnen, dank neuer medikamentöser Behandlungsmethoden: dem Krebs ist die Tödlichkeit genommen, er bleibt chronisch. So könnte der Krebs nun durchaus, als dem Patienten zugehörig, diesen ein Leben lang begleiten.

Er wäre nicht mehr tödlich. Dieser unheimliche Fortschritt, sowohl in der politischen Behandlung des Islam als auch in der klinischen Behandlung des Krebses, scheint auf die Existenz eines einheitlichen Menschentums hinzudeuten: das von Professionellen, sei es der Politik, sei es der Medizin, die unfähig sind, ihrem Beruf nachzukommen. In ihrer Ratlosigkeit und Ohnmacht sind sie zu Fatalisten geworden.

Ob die Krebszellen im menschlichen Köper besser zu beobachten und kontrollierbarer sind als die islamischen Wucherungen, mit ihren Terrorzellen in Europa, ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Das Ergebnis ist nämlich auf lange Sichte das gleiche: chronisch, aber nicht tödlich. Die offensichtlichen Unannehmlichkeiten, die diese Fortschritte begleiten, müssen wir in kauf nehmen. Dabei seien immer dreierlei Dinge vorausgesetzt: erstens, dass die Profis, die uns derartiges versichern, auch immer die ganze Wahrheit sagen; zweitens, dass sie wissen, was sie tun; und drittens, dass sie auch ethisch „auf der Höhe“ sind.

Kategorien:Islam