Islam

Guter Islam vs. schlechter Islam

Quelle – 17 Mai 2016
moschee-islam

Die Ausgabe des Frontpage Magazines vom 11. Februar enthält einen aufschlussreichen Artikel von Daniel Greenfield über unsere gescheiterte Anti-Terror Strategie. Unsere Politik, so Greenfield, basiert auf einer künstlichen Trennung zwischen „Gutem Islam“ und „Schlechtem Islam. Unser Ziel, so fährt er fort sei es „den Guten Islam davon zu überzeugen, dass er mit dem Schlechten Islam nichts zu tun hat“.

Ironischerweise, wie Greenfield beobachtet, „erkennen unsere Politiker und Diplomaten verbal die Existenz des schlechten Islam nicht an“. Stattdessen behaupten sie, dass die „schlechten Muslime“ (die Terroristen) eigentlich keine Muslime seien. Um die vielen führenden Politiker weltweit zu paraphrasieren so haben Terroristen „nichts mit dem Islam zu tun“, „sie sprechen nicht für ihre Religion“ und haben die Bedeutung des Islams völlig „pervertiert“. Technisch seien sie keine schlechten Muslime, weil sie gar keine Muslime seien. Zumindest sage das die Theorie.

Mit anderen Worten, unsere Strategie basiert auf einem Zirkelschluss, wenn man mit der Prämisse beginnt, dass der Islam eine friedliche Religion ist, dass können diejenigen, die den Frieden brechen, per definitionem, keine Anhänger des Islams sein. Sie müssen von irgendetwas anderem motiviert werden: Anklagen über den Imperialismus, Gier nach Macht, oder sogar irgendein psychologischer Defekt.

Das was Greenfield zur Politik der Regierung über den Islam schreibt kann man auch auf die Kirche anwenden. Auch die Kirchenführer haben die Angewohnheit zu sagen, dass Terrorismus eine „Perversion“ des Islams sei. Sie behaupten, dass die Dschihadisten die Religion als „Ausrede“ benutzen, um andere Motive zu verschleiern. Und gelegentlich drängen sie die Muslime sogar dazu doch frommer zu sein. Beispielsweise als Papst Franziskus vor zwei Jahren vor einer Gruppe muslimischer Flüchtlinge in Rom sprach, sagte er ihnen, sie sollten den Koran studieren als Mittel die Bitterkeit zu beenden und dass sie dem Glauben ihrer Eltern folgen sollen. Das sagte ich vor einem Jahr zu dem Thema:

Kirchenpolitik sollte immer zum Ziel haben den Glauben an den Islam zu schwächen. Das ist das Gegenteil der gegenwärtigen Politik, die auf der Annahme beruht, dass es einen guten (authentischen) Islam und einen schlechten (nicht-authentischen) Islam gibt und deshalb sollten wir den muslimischen Glauben an einen Glauben an einen „wahren“ Islam untermauern und diejenigen ermutigen dies zu vertiefen.

Das, so argumentierte ich damals, sei ein unmögliches Projekt: „’Guter‘ Islam und ‚Schlechter‘ Islam sind so eng miteinander verwandt wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde und Mr Hyde überwiegt am Ende immer“. Oder, wie Greenfield es ausdrückte, „Guter Islam und schlechter Islam sind zwei Seiten derselben Münze … wir versuchen Dr. Jekyll dabei zu helfen Mr. Hyde zu bekämpfen. Und Dr. Jekyll würde uns sogar dabei helfen, bis zu dem Punkt an dem er sich in Mr. Hyde verwandelt.“

Der Beweis dieser These liegt in unserer Angst begründet, dass die leichteste Kritik des Islams die Moderaten (guten Muslime) gezwungen würden sich den Extremisten (schlechten Muslimen) anzuschließen. Aber wenn die Muslime so allzu bereit sind von Jekyll zu Hyde zu konvertieren, kann dann überhaupt zwischen ihnen so ein großer Unterschied sein? Keiner macht sich Sorgen, dass eine Beleidigung der katholischen Kirche, oder sogar von Jesus, plötzlich aus moderaten Katholiken maskierte Terroristen macht. Die beinahe überall verbreitete Angst, dass moderate Muslime leicht auf die radikale Seite getrieben werden könnten, ist eine Anerkennung der Tatsache, dass die Distanz zwischen beiden nicht so groß sein kann.

Kurz gesagt Guter Islam und Schlechter Islam werden nicht durch einen Graben getrennt, sie sind ein Kontinuum. Viele der Dinge, die die „schlechten“ Muslime tun werden von unseren Alliierten getan, den „guten“ Muslimen, daraus folgt, so Greenfield:

„Unsere ‚Gut Islam‘ Alliierten in Pakistan bekämpfen den Terror des schlechten Islams indem sie Osama bin Laden verstecken. Schlechter Islam und Islamischer Staat köpfen Menschen und nehmen sie zu Sklaven und der gute Islam in Saudi Arabien tut dies aus …. Die moderate Regierung im Iran unterschreibt ein Nuklearabkommen und die extremistische iranische Regierung ruft zum „Tod für Amerika“ auf.“

Ist der moderate Muslime letztlich nur ein Trugbild? Nicht ganz. Aber es gibt wahrscheinlich weit weniger von ihnen als man allgemein annimmt. Es ist wahr, dass zu jeder Zeit die große Mehrheit der Muslime friedlich ihren Geschäften nachging. Aber „zur Zeit andere nicht zu töten“ ist ein trauriger Maßstab für das Moderate. Wenn die friedlichen Muslime sich mehr oder weniger denselben Zielen verschreiben wie die „schlechten“ Muslime, dann sollte man von ihnen nicht annehmen, dass sie moderat wären.

Zahlreiche Umfragen haben ergeben, dass die Mehrheit der Muslime weltweit die extremen (und daher nicht moderaten) Schariastrafen unterstützt, wie zum Beispiel die Amputation für Diebe, Steinigen bei Untreue und Tod bei Apostasie. Es gibt auch weitverbreitete Unterstützung für Blasphemiegesetze, die oft dazu benutzt werden, um Christen zu verfolgen. Vor nicht allzu langer Zeit nahmen 100.000 Menschen an der Beerdigung eines Mannes teil, der einen Gegner der Blasphemiegesetze ermordete. Das Opfer war, was wir einen Moderaten nennen würden, aber sein Mörder scheint sehr viel angesehener gewesen zu sein. Zur selben Zeit riefen die Repräsentanten von mehr als 35 religiösen Parteien und Gruppen dazu auf, ein neues pakistanisches Gesetz zu widerrufen, das Frauen vor Missbrauch schützen soll. Zwischenzeitlich hat der nigerianische Senat ein Gesetz zur Geschlechtergleichheit abgewiesen, weil die muslimischen Senatoren sagten es sei unislamisch.

Solche „moderaten“ Muslime mögen zwar nicht den Willen haben zu töten, aber sie mögen willens sein diejenigen zu unterstützen, die es tun. Nach den Bombenattentaten in Brüssel kam heraus, dass die Terroristen eine breite Unterstützung in dem muslimischen Stadtteil erhielten, in dem sie lebten. Und laut eines Artikels der New York Times betrachten 90 Prozent der Teenager in muslimischen Stadtteilen die Attentäter als „Helden“. Auf der anderen Seite des Kanals ergab eine Umfrage, dass die britischen Muslime zu zwei Dritteln angaben, sie würden niemanden an die Polizei verraten, der terroristische Verbindungen hätte.

Gibt es irgendwelche Muslime, die sich für eine striktere Definition des Begriffs moderat eignen würden? Die gibt es in der Tat. Aber sie haben bei weitem keine Mehrheit und ihre moderate Art reflektiert oft ein Fehlen sich dem islamischen Mainstream hinzugeben. Viele moderate Muslime sind wie „Cafeteria Katholiken“. Sie picken sich diejenigen Aspekte des Islams heraus, die ihren Neigungen zupass kommen und ignorieren den Rest. Für sie, wie für viele liberale Christen, ist die Religion oftmals nur ein persönliches Konstrukt, das wenig Ähnlichkeit mit der offiziellen Version hat. Während wir solche Leute als gute Muslime betrachten, schauen ihre Glaubensbrüder mit Verachtung auf sie herab.

Angesichts solch einer großen Anzahl von Beweisen — warum glauben so viele im Westen und in der Kirche, dass der Mainstream Islam ein Modell für Moderate sei? Die Antwort lautet „Projektion“. Wenn John Kerry sagt, „das wahre Gesicht des Islams ist das einer friedlichen Religion und basiert auf der Würde aller menschlichen Wesen,“ dann projiziert er die westlichen und christlichen Werte auf eine Kultur, die entschieden anti-westlich und anti-christlich ist. Wenn er sagt „unsere Glaubensrichtungen und unsere Schicksale sind unauflöslich miteinander verbunden“, dann ist Kerry von den vielen katholischen Priestern beeinflusst, die eine ähnliche Sicht der Dinge haben.

Katholiken, die eine eher optimistische Sichtweise auf den Islam haben, glauben gerne von sich selbst, dass sie die Meister des Multikulturalismus seien. Aber sie sind weit entfernt davon ein Gefühl für Verschiedenheit zu haben, in Wahrheit sind sie ethnozentrisch. Kurz gesagt, sie nehmen an, dass jeder so wie sie selbst sei. Sie betrachten den Islam mit katholischen Augen und schließen daraus, dass im Gegensatz zu 1400 Jahren an Beweisen, der Islam nur eine exotische Form des Katholizismus ist. Sie scheinen davon überzeugt zu sein, dass die große Mehrheit der Muslime dieselben Ansichten über soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und Frauenrechte teilt, wie sie die Christen haben.

Wiederum ist dies eine ethnozentrische und sogar egozentrische Art der Betrachtung „Anderer“. Greenfield drückt es so aus: „Moderater Islam ist nicht das, was die meisten Muslime glauben. Es ist das, was die meisten Liberalen glauben, das Muslime glauben.“ Moderater Islam oder Guter Islam ist einer Erfindung – „eine eingebildete Religion, von der sie sich vorstellen, dass Muslime sie praktizieren, weil die Alternative das Ende von allem ist an das sie glauben.“

Die Annahme, dass es eine scharfe Trennung gebe zwischen Gutem Islam und Schlechtem Islam ist eine beruhigende Illusion, aber es ist auch eine gefährliche Illusion. Kurzfristig wird eine solche Annahme dazu führen, dass wir uns gut fühlen, weil wir so großzügig sind, Aber langfristig wird es uns sehr leid tun ,dass wir dieses gefährliche so-tun-als-ob Spiel gespielt haben.

Kategorien:Islam