Krieg

Europa am Rande des Bürgerkriegs

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In den vergangenen Wochen und Tagen wurde Europa – vor allem aber Frankreich und Deutschland – das Ziel von terroristischen Angriffen. Es kam zu Massakern, Explosionen, Selbstmordanschlägen, Schießereien und Geißelnahmen.

Ein Kommentar von Prof. Alexandr Dugin (Moskau)

Hier nur eine kleine Chronologie: Am 14. Juli tötete ein Terrorist mehr als 80 Menschen in Nizza. Am 18. Juli griff ein Afghane mit einer Axt Menschen in einem Zug in Bayern an. In München eröffnete ein 18jähriger Schütze plötzlich das Feuer in einem Einkaufszentrum und tötete neun Menschen, 35 wurden verletzt. Bei den Opfern handelte es sich hauptsächlich um Teenager türkischer und albanischer Herkunft. Ein 15jähriger Teenager plante indessen ein Massaker in Stuttgart. Am 24. Juli hackte ein syrischer Flüchtling in Polen eine schwangere Bedienung in einem Kebab-Restaurant mit einer Machete zu Tode. Fast gleichzeitig explodierte im bayerischen Ansbach eine Bombe, zwölf Menschen wurden dabei verletzt. Am 26. Juli nahmen zwei Araber mit Verbindungen zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ Geißeln in einer Kirche in Saint-Étiene-du-Rouvray in Nordfrankreich. Den Priester haben sie brutal ermordet. Am 27. Juli eröffnete eine bislang nicht identifizierte Person plötzlich das Feuer in einem Einkaufszentrum im schwedischen Malmö. Am gleichen Tag explodierte im bayerischen Zirnsdorf eine Bombe in der Nähe eines Büros des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

Was geschieht gerade in Europa?

Diese ganzen Ereignisse waren vorhersehbar. Europa befindet sich am Rande eines Bürgerkrieges.

Worum geht es in diesem Krieg? Um das zu verstehen, müssen wir die beiden Hauptmächte dieses Krieges genauer betrachten. Auf der einen Seite stehen die Massen an Migranten aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Auf der anderen Seite stehen die europäischen Nationalisten, deren politischer Einfluß mit dem ungehinderten Zustrom der Migranten immer weiter anwächst. Das ergibt die Gleichung: Je mehr Migranten, desto mehr Nationalisten. Und je mehr Migranten gewalttätig werden, desto hysterischer und ungnädiger wird die Reaktion der Nationalisten ausfallen.

Hier kommen wir zum entscheidenden Punkt:

Um Europa zu retten oder zumindest die Krise auszubalancieren, müßte jede europäische Regierung, die noch alle Sinne beisammen hat, sofort die Einwanderung stoppen.

Die Situation ist bereits jetzt kritisch. Aber was sehen wir? Die europäischen Staatschefs wiederholen die zahnlose Phrase „Die meisten Migranten sind gut und eine Bereicherung“ und sie fordern „mehr Toleranz“. Am 28. Juli gab auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell bekannt, daß es keine Richtungsänderung in der Einwanderungspolitik geben werde.

George Soros und US-amerikanische Politiker liefern indessen die Ideologie für diese Migrationspolitik und für die Ausstattung der Migranten mit einem Maximum an Rechten und Freiheiten. Sie drängen Europa dazu, noch „toleranter“ und noch „offener“ zu werden. Europa folgt Soros und Washington, Explosionen und Massaker gehören daher mittlerweile zum modernen europäischen Alltag. Diese Entwicklung führt den Kontinent in kleinen Schritten an einen „Europäischen Frühling“ heran – oder anders gesagt: an einen Bürgerkrieg.

Welche Ziele verfolgen jene, die starr an einer Politik festhalten, die die Terrorgefahr in Europa immer weiter anwachsen läßt? Sie können nur ein Ziel haben: Europa zu zerstören und den Kontinent zu einem blutigen Unruheherd werden zu lassen – vergleichbar mit dem Nahen Osten.

Und wieder erkennen wir das bevorzugte geopolitische Werkzeug der Amerikaner, das bereits die arabische Welt und unzählige andere Länder und Regionen zerstört hat. Darunter: Irak, Libyen, Jemen und Syrien. Das Werkzeug ist der radikale islamische Fundamentalismus, Salafismus und Wahabismus. Derzeit tritt diese Richtung unter der PR-Marke „Islamischer Staat“ auf. Diese Marke übt auch Einfluß auf die Migranten in Europa aus, die zu Terroristen werden.

Aber die gleichen Kräfte stehen auch hinter den extremistischen europäischen Nationalisten. Es sind Neonazis, Rassisten und fanatische Islamfeinde. Erinnern wir uns an Breivik, der den gleichen mörderischen Ideen folgte wie der Attentäter von München. Solche extremistischen Neonazis orientieren sich an den USA und an Israel, sie werden nicht selten von den westlichen Geheimdiensten geführt.

Europa wird von beiden Seiten angegriffen, aber hinter beiden steht die gleiche Macht. Washington und Soros heizen einerseits die Migrationspolitik in Europa an, andererseits bereiten sie den Boden für extremistische Nationalisten. Diese werden sowohl gegen Migranten als auch gegen Rußland in Stellung gebracht – Amerikas Hauptfeind. Dieser Plan war bereits am Beispiel der ukrainischen Nazis vom „Rechten Sektor“, dem sich auch europäische „Freiwillige“ anschlossen, sichtbar. Übrigens: Sowohl der IS als auch der „Rechte Sektor“ sind in Rußland verboten.

Werfen wir einen Blick auf die geographischen Schwerpunkte der Terrorangriffe in Europa: Frankreich, Deutschland, Frankreich, Deutschland, Frankreich, Deutschland, und so weiter… Warum gerade diese beiden Länder? Nach dem Brexit hat sich für Europa die Chance eröffnet, sich von Amerika zu lösen. Die beiden Hauptpfeiler Europas – des echten Europas! – sind Frankreich und Deutschland. Und genau diese beiden Länder bekommen jetzt einen Warnschuß aus Washington. Oder wie US-Außenminister John Kerry sinngemäß sagt: Der Mechanismus tritt in Kraft. Diesmal ist es der Mechanismus des Bürgerkrieges in Europa, der – mit der jetzigen Entwicklung – kaum mehr vermeidbar ist: Je mehr Migranten nach Europa kommen, desto mehr Terroranschläge wird es geben.
Kann man diese Entwicklung stoppen? Vielleicht ist es bereits zu spät. Aber wie auch immer: Die einzige Chance für Europa ist, sich so schnell wie möglich von den USA und von der NATO zu trennen. Seid Ihr dazu bereit? Wenn nicht, werdet Ihr morgen bereits in Libyen aufwachen. Nehmt es nicht persönlich.


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