Crash

Der Anfang vom Ende

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Geldschöpfung und Schulden sind das schönste jemals von Regierungen erfundene Projekt, um über die Runden zu kommen und den Menschen alles zu geben, was sie haben wollen.

Von Egon von Greyerz

In diesem perfekten System macht es nicht den geringsten Unterschied, ob das Budget im Gleichgewicht ist. Konventionelle Methoden wachsender Steuern oder der Reduzierung der Regierungsausgaben sind veraltet und vollkommen unnötig. Mit modernen Methoden werden triviale Probleme mit der Druckerpresse gelöst.

Mehr soziale Sicherheit, mehr Waffen oder große Infrastrukturprojekte – was auch immer benötigt wird, es wird Geld dafür gedruckt. Denn die Druckerpressen kennen keine Grenzen und mit dem Computer können ganz einfach ein paar Nullen hinzugefügt werden. Die Probleme in Hans Christian Andersens Märchen “Des Kaisers neue Kleider“ existieren heute nicht mehr. Seinerzeit musste ihnen das Gold in den Schatztruhen ausgehen und der Kaiser musste sich entblößen.

Heute muss sich kein Präsident entblößen, denn die Druckerpressen können ihn und auch das ganze Volk einkleiden. Und sobald er seine Amtszeit hinter sich gebracht hat, werden seine Banker-Freunde ihn nutzen, damit er hunderte Millionen von Dollars mit Reden und netzwerken verdienen kann. Alle profitieren, die Armen bekommen mehr Sozialhilfe, der Mittelstand kann sich Geld für Häuser und Autos leihen und die Reichen sammeln unglaubliche Vermögen an. Dieses System ist so gut, dass Arbeit zur Freiwilligkeit wird. Es reicht aus ein wenig mehr Geld zu drucken, um alle satt zu machen, ob sie nun arbeiten oder nicht.

Das eben beschriebene System hat über die vergangenen 45 Jahre erstaunlich gut funktioniert, seit Nixon die Golddeckung des Dollars aufgehoben hat. Gold passt nicht zu einem modernen Geldsystem, es schränkt die unbegrenzte Expansion des Geldes und des Kredits ein, welche das neue Pradigma für Prosperität und Wachstum darstellt.

1971 lagen die Bundesschulden der USA bei $ 398 Milliarden. Vierzig [46] Jahre später, wenn der neue Präsident sein Amt antritt, werden die USA Schulden in Höhe von $ 20 Billionen haben. Dies ergibt eine jährliche Gesamtverschuldungsrate von 9 %. Diese Rate bleibt weitestgehend konstant, ob sie nun von 1971, 1981 oder ab einem späteren Zeitpunkt berechnet wird. Wenn wir es auf vier Jahre extrapolieren, hin zum Ende der Amtszeit des neuen Präsidenten, stünden die Schulden 2020 bei $ 28 Billionen. Und wenn wir zehn Jahre in die Zukunft gehen, bis Ende 2026, dann werden sich die Schulden auf gigantische $ 47 Billionen belaufen. Präsident “Trunton“ und wer auch immer danach kommt, wird die Druckerpressen also nur noch mehr in Fahrt bringen müssen.

Die haarigen 1970er

Aber Moment, was wäre bei einer Verlangsamung des BIP, einem Rückgang der Steuereinnahmen, großen Bankpleiten, viel höheren Zinsen und mehr Waffen für das Militär und möglicherweise großen Kriegen? Dies sind alles Ereignisse, die in den nächsten paar Jahren wahrscheinlich sind. Wenn die Bond- und Kreditmärkte kollabieren, werden die Zinsen mindestens auf hohe Zehnerwerte ansteigen – wie in den 1970ern. Dies wird auch den $ 1,5 Billiarden-Derivatemarkt umbringen.

Nun, das alles ist ebenfalls kein Problem, es muss nur mehr Geld gedruckt werden. Statt Billionen zu drucken, fügen wir einfach ein paar Nullen hinzu und machen daraus Billiarden oder Trillionen. Wir könnten gar Googolen bekommen (eine 1 mit hundert Nullen). Die Gründer von Google haben sicher nicht gedacht, dass dies noch in ihrer Lebensspanne passieren könnte, oder doch?

Der große Vorteil dieses neuen Wirtschaftssystems ist, dass Steuern vollkommen überflüssig werden. Zum Einen werden nur sehr wenige Menschen einen Arbeitsplatz haben und diese werden es sich in dem Fall nicht leisten können, irgendwelche Steuern zu zahlen. Zum Zweiten werden die wenigen Steuern in einer Wirtschaft total irrelevant werden, in welcher die Regierung unbegrenzte Mengen Geldes drucken muss, um den unausweichlichen Kollaps abzuwenden. In diesem Zusammenhang werden Steuereinnahmen nebensächlich.

Die Reichen werden stark besteuert, vermutlich nahe 100 %, um die Massen zu beschwichtigen. Die meisten Reichen werden diese Steuern jedoch niemals bezahlen. In vielen Ländern, so auch in den USA, wird es Möglichkeiten zur Minimierung der Steuern für die Reichen auf praktisch Null geben. Vermögenssteuern werden in den meisten Ländern extrem hoch sein und dies könnte für die Vermögenden zum Problem werden, da die Hyperinflation die Wertanlagenpreise anfangs auf sehr hohe nominale Werte treiben wird.

Die meisten Regierungen werden in Auflösung begriffen sein, sobald die Hyperinflation beginnt. Das beinhaltet auch die öffentlichen Angestellten und Steuerprüfer. In deren System war eine Hyperinflation niemals einkalkuliert und sie werden vollkommen außerstande sein, Steuern zu kalkulieren und einzutreiben. Aber dies wird kein Problem sein, welches nicht von ein wenig mehr Geld aus der Presse gelöst werden kann.

Soziale Unruhen, Kriege und Cyberkriege

Was alle Regierungen in hyperinflationären Volkswirtschaften nicht begreifen ist, dass das Hinzufügen von Schulden auf ein bestehendes Schuldenproblem das Problem selbst nur verschärft. Zimbabwe hat nach wie vor nichts dazugelernt, trotz ihrer kürzlichen Erfahrung mit der Hyperinflation. Jetzt müssen sie wieder Geld drucken, weil sie keine Ahnung haben, wie das Land sonst regiert werden soll.

Die kommende hyperinflationäre Ära wird niemandem nützen. Regierungen werden die Kontrolle verlieren, Menschen werden ihre Arbeit verlieren und es wird soziale Unruhen und Kriege geben, darunter auch Cyberkriege. Der Welthandel und die Wirtschaftsaktivitäten werden kollabieren. Anlagemärkte mögen für eine Weile boomen und die Hyperinflation über ihre Preise widerspiegeln, aber dies wird nur kurzlebig sein und dann dem Muster aller hyperinflationären Volkswirtschaften folgen, denn Hyperinflation geht stets Hand in Hand mit Depression.

Die Kreditmärkte werden aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, hoher Zinsen und der Unfähigkeit der Schuldner ihre Kredite zu bedienen ebenfalls schnell einbrechen. Kredit-Indexierung, zusammen mit Inflation, ist ebenfalls eine Möglichkeit, das hat es schon gegeben.

Bei einer jeden Hyperinflation in der Geschichte hat es stets nur ein Land oder eine Region betroffen. Zwischen dem Jahr 1700 und heute gab es rund 150 Fälle von Hyperinflation in verschiedenen Ländern auf der Welt. Wenn ein Land die Staatspleite erklärte, dann mussten ausländische Geldgeber offensichtlich ihre Forderungen abschreiben. Bisher waren diese Abschreibungen handhabbar. Allerdings wird die kommende Periode großer Pleiten derart astronomische Beträge globalen Ausmaßes umfassen, dass sie von keinem Land mehr absorbiert werden können.

Die Welt ertrinkt in Schulden

Die kommende weltweite hyperinflationäre Periode wird kaum mehr als ein paar Jahre dauern. Während dieser Zeit wird es Schulden in einer Größenordnung geben, dass nicht einmal die Computer noch damit umgehen können. Bevor die Welt wieder auf gesunden Füßen stehen kann, müssen alle diese Schulden verschwinden. Es besteht eindeutig keinerlei Möglichkeit, sie jemals wieder zurückzuzahlen und es gibt auch keine Möglichkeit für die Welt wieder zu wachsen, solange diese Schulden über der Weltwirtschaft hängen. Folglich ist die einzige Lösung eine Implosion der Schulden.

Wenn es dazu kommt, werden alle mittels dieser Schulden finanzierten Werte ebenfalls implodieren. Dies wird zu einer globalen Super-Depression führen, welche sich für jeden Menschen auf der Erde verheerend auswirken wird. Es wird auch zu einer erheblichen Reduktion der Weltbevölkerung durch Armut, Hunger, Mangel an Medikamenten und Krankenhauspflege, Seuchen, soziale Unruhen und Kriege kommen. Die Welt hat diese Zeiten bereits erlebt. Mitte des 14ten Jahrhunderts hat der “Schwarze Tod“ die Bevölkerung Europas, und womöglich der ganzen Welt, halbiert.

Nach der Zeit der Exzesse der letzten 100 Jahre ist eine Korrektur überfällig. Diese Korrektur ist der einzige Weg, auf dem die Welt wieder zu einer gesunden Basis zurückfinden kann, auf der in Zukunft Wachstum und Prosperität aufgebaut werden kann. Leider wird der Übergang aber schrecklich und könnte sehr lange dauern.

Edelmetalle im Systemzusammenbruch

Während der wirtschaftlichen, finanziellen und geopolitischen Katastrophe der kommenden Jahre wird es Zeiten geben, in denen das Finanzsystem nicht funktioniert und Papiergeld wertlos ist. Die Nachfrage nach physischem Gold und Silber wird dann exponentiell steigen. In dieser Zeit wird niemand mehr Papiergold oder -silber akzeptieren. Der Papiermarkt, viele hundert Mal größer als der physische Markt, wird kollabieren. Die COMEX wird dann zusammen mit anderen Futures-Märkten pleitegehen, denn sie wird weder das Gold oder Silber zum Ausgleich der Forderungen haben, noch das Geld.

Dasselbe wird mit all den Bullionbanken, Investmentbanken und der BIZ geschehen. Auch sie werden die Kontrolle im Papiermarkt für Edelmetalle verloren haben. Stattdessen werden die Preise dann ausschließlich im physischen Markt ermittelt. Es wird Gerangel unter den Leuten um physisches Gold und Silber geben, zu jedem Preis; es wird zu keinem Zeitpunkt “kein Angebot“ geben. Dies bedeutet, dass man physischem Gold und Silber zu keinem Preis habhaft werden wird. Dies werden die Zeiten sein, wenn Gold nicht nur hunderte, sondern tausende Dollars nach oben gehen wird.

Für alle, die noch mit dem Kauf von physischem Gold und Silber warten wollen: kaufen Sie jetzt zu den aktuellen Preisen, denn diese werden wir wahrscheinlich niemals wieder erleben. Es könnten bald Zeiten kommen, in denen es physische Engpässe unmöglich machen, an Gold und Silber heranzukommen.

$ 10.000 Gold und $ 1.000 Silber

Mein langfristiges Ziel von $ 10.000 Gold ist in heutigem Geldwert gemessen. Rechnet man die Kreditschöpfung, Geldschöpfung und Inflation der vergangenen 26 Jahre, dann ist es sehr realistisch anzunehmen, dass dieses Ziel deutlich übertroffen werden könnte. Silber auf derselben Basis könnte $ 500 bis 1.000 erreichen. Bedenken Sie aber, dass diese Ziele die kommende Hyperinflation nicht berücksichtigen, denn dann müssten wir einige Nullen an die Gold- und Silberpreise dranhängen.

Das Schöne ist, dass Investoren die aktuell niedrigen Preise heute noch zum Kauf von physischem Gold und Silber nutzen können – basierend auf den Papierpreisen für die Metalle. Aber denken Sie daran, diese Situation wird wahrscheinlich nicht mehr lange bestehen bleiben.


zum englischsprachigen Original-Beitrag

Quelle: Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

Kategorien:Crash, Theorien