Christenverfolgung

„Tod den Christen“

christenverfolgung

Von unseren Medien „vergessen“: Christen werden im Jahr 2016 schlimmer verfolgt als im Alten Rom.

Unsere Nachrichten sind voll von Berichten und Meldungen über Verbrechen an Menschen, die aus Syrien, Libyen, Afghanistan oder Afrika fliehen. Doch kaum beachtet wird die gnadenlose Verfolgung von Christen.

Von Michael Klein

Im „Weltverfolgungsindex“ 2016 wird feststellt, das Christentum ist die am meisten verfolgte Religion der Welt. Die Zahlen der ermordeten Christen und der angegriffenen Kirchen haben sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Die Zahl der Verfolgten wird auf mehr als 100 Millionen beziffert. Keine andere Religionsgemeinschaft auf der Welt wird stärker verfolgt.

Nach Angaben des US-Forschungsinstituts Pew Research Center werden in fünf der sieben bevölkerungsreichsten Länder der Welt Christen wegen ihres Glaubens verfolgt: in China, Indien, Indonesien, Pakistan und Nigeria.
Und weiter: Der größte Teil von Ländern mit massiver Christenverfolgung hat eine muslimische Bevölkerungsmehrheit. Dann folgen kommunistische, kommunistisch verbrämte oder sonstige Diktaturen in Asien oder Afrika.
Der wichtigste Beweggrund für Christenverfolgung: Islamischer Extremismus, sei es als Fundamentalismus (Verweigerung von Religionsfreiheit etc.) oder in Form von Gewalt und Terrorismus (IS, Al-Kaida, Taliban, Al-Shabaab, Boko Haram).

„Moderne“ Christenverfolgungen

Mancherorts droht den Christen Folter, weil sie ihren Glauben öffentlich bekennen, anderswo Gefängnis, ein fast rechtloser Status oder sie werden ermordet. In einigen Ländern setzt sogar der Staat Gewalt gegen Christen ein, in anderen erwächst der Hass aus der Gesellschaft.

Die Religionsfreiheit wird in 60 Ländern nicht gewahrt. Besonders dramatisch ist die Situation für die Christen in Indien, Pakistan, Saudi-Arabien und Eritrea. Zu einer Verschärfung kam es u.a., weil in etlichen Gebieten die »Scharia«, das islamische Recht eingeführt wurde.


Hintergrund:

Was ist die Scharia?

Die Scharia ist im Westen zu einem Begriff für islamische Intoleranz geworden, was so verkürzt aber nicht stimmt. Zwar ist der Ruf nach Einführung der Scharia in vielen muslimischen Staaten zu einem politischen Kampfbegriff geworden und der vordergründige Ausdruck einer islamischen Rechtsordnung ist die Anwendung der Körperstrafen nach dem Koran, aber das umfasst eben nur einen kleinen Teil des islamischen Rechtssystems.

In mehreren Staaten wird die Scharia gegenwärtig in der Verfassung ausdrücklich als Quelle der Rechtsschöpfung anerkannt (etwa in Ägypten, Bahrain, Jemen, Kuwait, Libanon, Sudan, Syrien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten). Einen Schritt weiter gehen die Staaten Saudi-Arabien, Oman, Pakistan und neuerdings auch Afghanistan, in denen die Scharia, von Ausnahmen in einzelnen Rechtsbereichen abgesehen, mit der Rechtsordnung gleichgesetzt wird.

Ermordung, Folter, Gefängnis, Psychiatrie

Im Iran, in Saudi-Arabien oder Sudan wartet auf christliche Missionare und Konvertiten das Beil oder die Steinigung. In Ägypten oder Algerien können zum Christentum übergetretene Ex-Muslime und Missionare in die Psychiatrie oder ins Gefängnis wandern. In Malaysia wurden in den vergangenen Jahren mehrere tausend Kirchen von Islamisten abgefackelt. Selbsternannte Muslim-Milizen brandschatzen und terrorisieren dort christliche Dörfer.

Aber die gegenwärtige Christenverfolgung ist keinesfalls NUR auf islamische Länder zu spezifizieren:

Gerade Länder, in denen marxistische Diktaturen wie die Volksrepublik China, Nordkorea oder das ostafrikanische Eritrea herrschen, nehmen die Fälle von Diskriminierungen, Folter und Gewalt dramatisch zu.

Auch in Namen »Buddhas« oder »Krishnas« werden Christen verfolgt:

In mehreren indischen Bundesstaaten hat die dort regierende Hindu-Partei BJP für christliche Missionare oder den Abfall vom hinduistischen Glauben Gefängnisstrafen eingeführt; in Indien wurden sogar mehrere evangelikale Prediger von Hindu-Fanatikern gelyncht.

Aus dem buddhistischen Myanmar ist bekannt, dass christliche Kinder zwangsbekehrt, in die Armee gezwungen und als menschliche Minenräumer verwendet wurden. In Sri Lanka drangen mehrfach buddhistische Mönche mit einer gewaltbereiten Meute in Kirchen ein und verprügelten die Gottesdienstbesucher.
Nicht umsonst schreibt Papst Franziskus im Vorwort zu einer neuen Bibelausgabe für Jugendliche, dass Christen heute schlimmer verfolgt werden als im Alten Rom.

Was aber sind die Gründe dafür?

Christliche „Glaubensinvasoren“

EINE gängige Erklärung für die exzessiven Christenverfolgungen lautet:

Zu den Konflikten komme es, weil US-Evangelikale in aller Welt „aggressiv“ missionierten. Das jedoch weisen Experten einhellig zurück. Aber demgegenüber ist unbestritten, dass primär Freikirchen für das weltweite Wachstum des Christentums sorgen – was für viele Andersgläubige als „kulturelle Invasion“empfunden wird.
Demzufolge fällt es mancherorts leicht, das Volk gegen diese christlichen Glaubensinvasoren aufzuwiegeln und auf deren blutige Zwangsmissionarsversuche in der Vergangenheit zu verweisen.
Doch das ist kein Grund, Menschen wegen ihres Glaubens zu ermorden.


Quelle: tod-den-christen