Kapitel 2 – Was ist Scharia?

 

Das Schariagesetz ist islamisches Recht. Die Scharia ist die Basis jeder Forderung, die Muslime an unsere Gesellschaft stellen.

• Wenn man von Schulen verlangt, dass ein Raum für islamische Gebete eingerichtet werden soll, wird damit gefordert, das Schariagesetz umzusetzen.

• Wenn eine Muslimin ein Kopftuch trägt, geschieht es aus Gehorsam gegenüber dem Schariagesetz.

• Als unsere Zeitungen die dänischen Mohammed-Karikaturen nicht veröffentlichten, war das eine Unterwerfung an die Forderungen der Scharia.

• Wenn unsere Krankenhäuser dazu aufgefordert werden, muslimische Frauen auf eine spezielle Art zu behandeln, dann ist dies Scharia.

• Wenn unsere Lehrbücher von muslimischen Organisationen geprüft werden, bevor sie an Schulen eingesetzt werden, geschieht dies in Übereinstimmung mit dem Gesetz der Scharia.

Der Angriff auf das World Trade Center wurde in Übereinstimmung mit den Regeln des Krieges, Dschihad, verübt, die man im Schariagesetz findet. Das Schariagesetz ist die Basis des religiösen, politischen und kulturellen Lebens aller Muslime.

Die Scharia wird gerade nach und nach in Amerika eingeführt, und das, obwohl es keine Kenntnisse darüber gibt, was Scharia eigentlich ist, weil öffentliche, private oder religiöse Schulen nichts darüber lehren.

DIE GUTE NACHRICHT

Am leichtesten lernt man durch das Schariagesetz etwas über den Islam. Durch die Scharia erhält man eine ganz praktische Einführung in den Koran und Mohammeds Wirken.

Wenn man die Scharia kennt, versteht man auch den Islam. Die meisten Menschen denken, dass der Islam kompliziert oder sogar unmöglich zu verstehen ist, aber wenn man seine Prinzipien versteht, ist der Islam sehr, sehr logisch. Er beruht auf unterschiedlichen Sichtweisen zu Menschheit, Logik, Wissen und Ethik.

Wenn man einmal die Prinzipien und die Logik verstanden hat, kann man nicht nur erklären, was passiert und warum, sondern ist in der Lage, den nächsten Schritt in diesem Prozess vorauszusagen.

ZUM VERSTÄNDNIS DER REFERENZNUMMERN

Bevor man die Scharia verstehen kann, muss man drei Bücher kennenlernen, die die Grundlagen der Scharia bilden.

Jede Regelung, jedes Gesetz in der Scharia basiert auf einer Referenz im Koran oder in der Sunna (dem perfekten Beispiel Mohammeds, niedergeschrieben in zwei Texten – Hadith und Sira). Jedes einzelne Gesetz im Islam muss auf den Koran und die Sunna zurückzuführen sein.

Wir kennen die Sunna durch persönliche Details aus dem Leben Mohammeds. Wir wissen, wie er seine Zähne geputzt und welchen Schuh er zuerst angezogen hat. Wir kennen die Sunna, weil wir die Sira und den Hadith haben.

Sie denken wahrscheinlich, dass der Koran die Bibel des Islam ist. Das stimmt so nicht. Die Bibel des Islam sind der Koran, die Sira und der Hadith. Diese drei Texte werden auch „die Trilogie“ genannt.

Der Koran enthält nur einen kleinen Teil, nur 14% der Gesamtwortzahl der Doktrin, die man Islam nennt. Der Textanteil, der der Sunna (Sira und Hadith) gewidmet ist, beträgt 86% der gesamten textlichen Doktrin des Islam. Islam ist 14% Allah und 86% Mohammed.

Die Scharia ist nicht mehr als die Verdichtung und Fortschreibung des Koran und der Sunna. Daher ist es unmöglich, die Scharia zu verstehen, ohne ein gewisses Verständnis der Doktrin zu haben, die man im Koran, im Hadith und in der Sira findet.

Wenn Sie nach diesem Kapitel eine beliebige Seite dieses Buchs aufschlagen, werden Sie sehen, dass die meisten Abschnitte eine Indexnummer haben.

Ein klassischer Scharia-Gesetzestext ist Reliance of the Traveller [Das Vertrauen des Reisenden, dt. Übersetzung liegt nicht vor], N. Keller, Amana Publications.

Der Text ist maßgebend, insofern seine Genauigkeit von fünf der größten zeitgenössischen islamischen Gelehrten bescheinigt und verbrieft ist.

Es handelt sich um ein 1.200- seitiges Buch aus dem 14. Jahrhundert, das folgenden Themen gewidmet ist: politische Kontrolle über die Nicht-Muslime, Gebet, Dschihad, Testamente und Grundbesitz, Strafe, Geschäftsordnung von Gerichten sowie Landnutzung. Der Text deckt sowohl Gesetzliches wie Theologisches ab.

Hier ein typischer Abschnitt:

APOSTASIE [ABKEHR] VOM ISLAM

Wenn eine Person, die die Pubertät erreicht hat und gesund ist, vorsätzlich den Islam verlässt, dann verdient sie den Tod.

(Bukhari 9,83,17) Mohammed: „Ein Muslim, der zugegeben hat, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und dass Ich Sein Prophet bin, darf nicht getötet werden außer aus drei Gründen: als Strafe für Mord, wegen Ehebruchs und wegen Apostasie.“

Die Referenz o8.1 ist eine Indexnummer im Scharia-Gesetzestext The Reliance of the Traveller. DerText ist unterteilt in Abteilungen – a, b, c usw. Dieses spezielle Gesetz findet man in Abteilung o; Abschnitt 8; Unterabschnitt 1. Mit der Indexnummer o8.1 wird man direkt auf die Quelle, The Reliance of the Traveller verwiesen.

Im oben genannten Beispiel finden wir nicht nur das Gesetz, dass Apostaten (Menschen, die den Islam verlassen) getötet werden sollen, sondern werden auch auf die unterstützende Doktrin im Hadith hingewiesen, einem sakralen Text, der zusammen mit dem Koran benutzt wird. Ein Hadith ist das, was Mohammed getan oder gesagt hat.

Der hier zitierte Hadith stammt aus dem Sahih al-Bukhari, einem von sechs kanonischen Hadith-Sammlungen des sunnitischen Islam. Diese Überlieferungen des Propheten, oder Hadithe, wurden von dem muslimischen Gelehrten Muhammad Ibn Ismail al-Bukhari etwa 200 Jahre nach Mohammeds Tod gesammelt und während Bukharis Lebenszeit zusammengetragen. Es ist die maßgeblichste aller Hadith-Sammlungen. Sahih bedeutet authentisch oder korrekt. Beachten Sie die

Indexnummer – 9,83,17. Sie ist eine Art Kapitel- und Versindex, so dass Sie leicht im Original nachlesen können. Alle Hadithe, inklusive dem von Bukhari, können auf vielen US- amerikanischen Internetseiten von Universitäten nachgelesen werden.

Hier ein Schariagesetz, das durch den Koran unterstützt wird:

DSCHIHAD

Dschihad bedeutet Krieg gegen Kafire [Nicht-Muslime] zur Einführung des Islam.

(Koran 2:216) Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht.

Ganz oben wird der Text aus der Scharia zitiert, der definiert, was Dschihad bedeutet und dann folgtder zugrundeliegende Quellentext im Koran. Auch hier können Sie die Richtigkeit der Koranverse und des Originalhinweises, o9.0, im Reliance of the Traveller nachprüfen.

Es gibt noch eine letzte Art von Verweis auf ein unterstützendes Dokument:

WIE MAN MIT EINER AUFSÄSSIGEN FRAU UMGEHT

Wenn ein Ehemann Anzeichen von rebellischem Verhalten erkennt…

(Ishaq969) … Männer mussten Frauen bereitwillig Vorschriften auferlegen, da diese Gefangene der Männer waren und keine Kontrolle über sich selbst hatten.

Hier ist die übliche Scharia-Verweisnummer m10.12 angeführt, die sich auf die ursprüngliche Quelle, Reliance of the Traveller, bezieht. Die Ishaq-Indexnummer 969 ist die Quellenangabe einer Randnotiz, mit der man in der Sira (Mohammeds Biographie – The Life of Muhammad, ins Englische übersetzt von A. Guillaume – dt. Üb. liegt nicht vor) die Quellenangabe selbst überprüfenkann.

GLAUBWÜRDIG UND AUTORITATIV

Dieses Buch vermittelt faktenbasiertes Wissen, das auf kritischem Denken und kritischer Analyse beruht. Alles, was Sie hier lesen, können Sie unabhängig von diesem Buch nachprüfen.

Dieser Ansatz ist ganz anders, als einen Muslim oder einen „Experten“ zum Islam und zur Scharia zu befragen. Wenn ein Muslim oder ein Experte etwas über den Islam sagt, das im Widerspruch zu Koran oder Sunna steht, dann ist die Aussage des Experten automatisch falsch. Sagt der Experte etwas, das mit Koran oder Sunna übereinstimmt, dann liegt er automatisch richtig, auch wenn sein Kommentar dann überflüssig ist.

Wenn Sie einmal den Koran und die Sunna selbst kennengelernt haben, brauchen Sie keine weiterenExpertenmeinungen.

DER POLITISCHE ISLAM

Der größte Teil der Trilogie handelt nicht davon, wie man ein guter Muslim wird. Vielmehr beschäftigen sich die meisten Textteile mit den Ungläubigen.

Der Koran widmet 64% seines Texts den Ungläubigen und die Trilogie als Ganzes beschäftigt sich mit 60% ihres Gesamttexts mit den Ungläubigen.

Der Islam ist NICHT nur eine Religion. Er bildet eine komplette Kultur mit einem detaillierten politischen System, einer Religion und einem Gesetzeskodex – der Scharia. Mohammed predigte die Religion des Islam 13 Jahre lang in Mekka und brachte 150 Araber dazu, zum Islam zu konvertieren.

Dann ging er nach Medina und wurde zum Politiker und Kriegsherrn. Nach zwei Jahren in Medina war jeder Jude ermordet, versklavt oder ins Exil vertrieben worden. Mohammed war während der letzten neun Jahre seines Lebens durchschnittlich alle sechs Wochen in gewalttätige Ereignisse verwickelt(1. The Life of Mohammed, A. Guillaume, Oxford University press, 1955, page 660.)

Mohammed starb ohne einen einzigen seiner Feinde am Leben gelassen zu haben.

Dies war kein religiöser Prozess, sondern ein politischer. Der Dschihad ist politische Aktion mit religiöser Motivation. Der politische Islam ist die Doktrin, die sich mit den Nicht-Muslimen befasst. Mohammed hatte mit seinem religiösen Programm keinen Erfolg, aber sein politischer Prozess des Dschihad war ein Triumphzug. Das Schariagesetz ist die politische Durchsetzung der islamischen Kultur.

Der größte Unterscheid zwischen der Scharia und dem jüdischen religiösen Gesetz, der Halacha, ist die politische Natur des Islam. Das jüdische Recht sagt nichts über Nicht-Juden aus und betont ausdrücklich, dass das Gesetz des jeweiligen Landes über der Halacha steht.

Die Scharia hat einiges zu sagen über die Kafire [Nicht-Muslime] und wie man mit ihnen umgeht, sie unterwirft und über sie herrscht. Die Scharia beansprucht politische Überlegenheit über die jeweilige Verfassung eines Landes.

In der Scharia steht nichts Gutes für Nicht-Muslime. Ein guter Grund für jeden Ungläubigen, die Scharia zu kennen, insbesondere für diejenigen, die sich im Bereich von Politik, Verwaltung und Recht bewegen. Im Schariagesetz geht es um Ungläubige wie auch um Muslime. Die Haltung und Handlungen des Islam gegenüber Ungläubigen sind politisch und nicht religiös begründet.

Obwohl die Scharia jedes einzelne Prinzip unserer [der US-] Verfassung verletzt, wird sie derzeit gesetzlich verankert, weil die Amerikaner kein Bewusstsein für die Scharia und ihre Bedeutung haben.

SCHARIA UND DEUTUNG

Wenn man mit unangenehmen Versen aus dem Koran konfrontiert wird, heißt es oft, dass die wahre Bedeutung davon abhängt, wie man den Text interpretiert. Seit über tausend Jahren liefert die Scharia die offizielle und maßgebliche Deutung für den gesamten Islam. Scharia ist die Interpretation von Koran und Sunna durch die ausgezeichnetsten Gelehrten des Islam.

Es gibt keinen Grund, nach weiteren Deutungen zu suchen; die Arbeit wurde in den letzten tausend Jahren bereits erledigt. Neue Fragestellungen müssen im Islam entsprechend der Scharia – dem letztendlichen und universellen moralischen Kodex der gesamten Menschheit bis zum Ende aller Zeiten – erwogen und beurteilt werden.

Die Scharia basiert auf dem perfekten, unabänderlichen Koran und der Sunna. Die überwältigende Mehrheit der islamischen Gelehrten argumentiert, dass die Scharia Allahs Willen in Vergangenheit und Gegenwart verkörpert. Sie sollte von allen Völkern in ihrer gegenwärtigen Form als das einzige heilige Gesetz befolgt werden. Jede Änderung oder Reform der Scharia muss auf dem Koran und der Sunna Mohammeds basieren, ganz so wie der bisherige klassische Text.

TECHNISCHE DETAILS

Wenn Sie etwas in diesem Buch lesen und mehr darüber wissen wollen: die meisten Abschnitte haben eine Indexnummer. Sie können sie im Originaltext nachschlagen.

(Koran 1:2) bezieht sich auf den Koran, Sure 1, Vers 2. (Ishaq123) bezieht sich auf Ishaqs Sira, Randnotiz 123. (Bukhari 1,3,4) bezieht sich auf Sahih Bukhari, Band 1, Buch 3, Nummer 4. (Muslim 012, 1234) bezieht sich auf Sahih Muslim, Buch 12, Nummer 1234.


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