Nicht ganz dicht

Michael Paulwitz – Junge Freiheit – 09.06.2016

Wolfgang Schäuble gilt in seiner Partei, dem Merkel-Akklamationsverein CDU, als Vordenker. Warum, erschließt sich von außerhalb des polit-medialen Heißluftgebläses nicht ohne weiteres. Als der Bundesfinanzminister und Bundespräsident in Lauerstellung nun der Zeit ein Interview gegeben hat, muß er sich jedenfalls in einem Stadium verschärfter grün-multikultureller Trunkenheit befunden haben.

Europa dürfe sich auf gar keinen Fall gegen Einwanderung „abschotten“, doziert Meister Schäuble da: „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe.“ Seltsam nur, daß Europa in den Jahrhunderten der „Inzucht“, so ganz ohne außereuropäische Einwanderung, zum führenden Kontinent der Welt aufgestiegen ist, während es heute, nach einigen Jahrzehnten der Befruchtung durch afrikanisch-orientalische Masseneinwanderung, eher im Windschatten Asiens segelt.

„Muslime sind Bereicherung“

Den jungen Frauen und Mädchen, die in Köln, Berlin, Darmstadt, Kassel oder auch im örtlichen Schwimmbad orientalische Rituale ganz eigener Art kennenlernen durften, wäre ein wenig mehr Abschottung vielleicht auch ganz recht gewesen. Lieber Inzucht nach Schäuble-Lesart als Notzucht à la Maghreb, sozusagen.

Aber da hätten sie den alten Fuchs sauber falsch verstanden: „Für uns sind Muslime in Deutschland eine Bereicherung unserer Offenheit und unserer Vielfalt.“ Das leuchtet ein: Nur wer sich nicht „abschottet“, bleibt immer schön offen, und wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht.

Davon profitieren wir alle: Ohne muslimische Einwanderung hätten wir wahrscheinlich ganz einfallslos bloß weiter nur die besten Autos und Maschinen der Welt gebaut und unsere Ärzte, Ingenieure und Fachkräfte selbst ausgebildet, statt uns mit den wirklich wichtigen Fragen zu beschäftigen – schweinefleischfreie Kindergartenküchen, Einhaltung allahgefälliger Bekleidungsvorschriften, Einrichtung von Gebetsräumen in Schulhäusern oder ramadan-konforme Einteilung von Arbeits- und Unterrichtszeiten, zum Beispiel.

Schönreden planloser Masseneinwanderung

Das sollte uns die Bereicherung aber auch wert sein, denn, lehrt uns Schäuble: „Schauen Sie sich doch mal die dritte Generation der Türken an, gerade auch die Frauen! Das ist doch ein enormes innovatorisches Potenzial!“

Meint er damit die raren erfolgreichen Vorzeige-Migrantinnen, die immer herhalten müssen, um von den trostlos hohen Arbeitslosen-, Schulabbrecher-, Sozialhilfe- und Kriminalitätsquoten türkischer Jungmannen abzulenken? Egal: Was ist schon die orientalische Fabulierlust beim kreativen Gejammere über Diskriminierung und fehlende Teilhabe gegen den unerschöpflichen Erfindungsreichtum eines mit allen Wassern gewaschenen Berufspolitikers , wenn es gilt, planlose Masseneinwanderung schönzureden und die Bürger für blöd zu verkaufen.